Huforthopädie

Bei der huforthopädischen Arbeit geht es darum, die Ursache für Probleme an den Hufen zu erkennen und diese durch die Nutzung von Abrieb und Bodengegendruck zu beheben. Es gibt viele verschiedene Faktoren die auf einen Huf einwirken und diesen verformen oder durch die Krankheiten im Huf entstehen.

 

Rechts im Beispiel sieht man oben deutlich die entstandene Verformung. Das Pferd stand zu dieser Zeit zusätzlich noch auf sehr weichem Boden. Kurze Zeit später zog es um und steht nun überwiegend auf hartem Boden. Hierdurch entstand Abrieb und Bodengegendruck, welcher meine Arbeit zusätzlich unterstützt.


 

Folgende Faktoren beeinflussen u.a. die Verformung der Hufe:

  • Die Beschaffenheit der Böden, auf denen das Pferd gehalten und bewegt wird und der darauß resultierende Abrieb des Hornes
  • Die Hebel- und Druckkräfte die auf den Huf einwirken, durch  harte bzw. weiche Untergründe
  • Individuelle Bewegungsabläufe des Pferdes
  • der Huftyp (neigt der Huf eher zu steilen oder flachen Wänden?)
  • der Stoffwechsel oder Krankheiten desselben
  • die Hufbearbeitung
  • der Hufschutz

Die Folgen von diesen Faktoren können sehr unterschiedlich sein. Beispielsweise unterschiedlich schiefe Wände, Risse oder Spalten im Huf, Hufgeschwüre, Hufkrankheiten wie Hufrehe, Strahlfäule,  usw. Die Liste lässt sich noch endlos fortsetzen. Die Aufgabe von mir als Huforthopädin ist es, die Ursache für die Probleme zu erkennen. Anschließend steuere ich durch meine Bearbeitung den Abrieb des Hornes, so dass sich das Pferd den Huf in die gewünschte Stellung läuft.  Das Schöne an dieser Methode ist, dass ich die Stellung nicht aprupt beeinflusse und so die Gelenke, Sehnen und Bänder geschont werden.

Bei der Huforthopädie wird nicht nach einem "Musterhuf" oder Vorbild gearbeitet. Ziel ist es, dass jede Gliedmaße seinen Huf optimal belasten und nutzen kann. Es gibt keine allgemeingültige Hufform, die für jedes Pferd mit seinen 4 unterschiedlichen Hufen passt.

 

Eine wichtige Rolle spielt hierbei natürlich auch die Haltung und Nutzung des Pferdes. Eine  Veränderung tritt am schnellsten ein, wenn das Pferd auf entsprechenden Böden mit genug Abrieb und Bodengegendruck gehalten und bewegt wird. Ach bei Problemen wie beispielsweise Strahlfäule kommt es nicht nur auf die Hufzustände, sondern auch auf die Stallhygiene an.

Die Pferdebesitzer können also maßgeblich für die Verbesserung der Hufzustände sorgen, in dem auf eine passende Haltung und Stallhygiene achtet, die Fütterung artgerecht gestaltet und das Pferd ausreichend bewegt wird.

 

Wichtig ist zudem, dass die Bearbeitung in regelmäßigen und nicht allzulangen Abständen erfolgt, um die Veränderung des Hufes dauerhaft positiv zu beeinflussen. Schon nach 4-5 Wochen bemerkt man, dass der Huf, würde man ihn nicht nachbearbeiten, wieder in "alte Gewohnheiten" verfällt. Bei besonders schwierigen Hufsituationen oder Krankheiten, kann es auch nötig sein, dass vorübergehend kürzere Intervalle nötig sind.

 

Eine huforthopädische Behandlung dauert zwischen 40 und 60 Minuten, sie beinhaltet die Befundung der Hufe inkl Vortraben des Pferdes und kurzer Beurteilung des Gangbildes, die Bearbeitung selbst und die Dokumentation der Arbeit anhand von Fotos.

 

Weitere Infos findest du hier: